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Welche Winterkleidung schützt vor kalten Umgebungen?

 

KLEIDUNG ZUM SCHUTZ VOR KALTER UMGEBUNG MUSS DER NORM EN 14058 ENTSPRECHEN

Die Norm EN 14058:2017 legt Leistungsanforderungen und Prüfverfahren für Kleidung fest, die vor lokaler Auskühlung des Körpers in kalten Umgebungen schützt. Kleidung, die die Anforderungen der Norm erfüllt, ist für den Einsatz in einer Umgebung bestimmt, die durch eine Kombination aus Feuchtigkeit und Wind (Windchill-Effekt) bei Lufttemperaturen über -5 ºC gekennzeichnet ist.

Viele Arbeitstätigkeiten werden in kalter Umgebung ausgeübt – zum Beispiel Bauarbeiten im Freien oder Arbeiten in Lebensmittelverarbeitungsbetrieben in geschlossenen Räumen. Zu den nach EN 14058 geprüften Kleidungsstücken gehören Westen, Jacken und Hosen sowie separate Thermofutter, die der Kleidung hinzugefügt werden können.

 

 

WELCHE KLEIDUNG WIRD NICHT NACH DER NORM EN 14058 GEPRÜFTWelche Winterkleidung schützt vor kalten Umgebungen?

Kombinationen und Kleidung für den Einsatz in kalter Umgebung mit Lufttemperaturen von -5 ºC oder darunter müssen nach den Anforderungen der Norm EN 342:2017 geprüft werden. Die Normen EN 14058 und EN 342 gelten nicht für Kopfbedeckungen, Handschuhe oder Schuhwerk. Außerdem können Arbeitsoveralls nur nach der Norm EN 342 beurteilt werden. Wenn absehbar ist, dass die kalte Umgebung auch feuchte Bedingungen (wie Regen, Nebel oder Nässe) umfassen kann, muss die Kleidung anhand der Anforderungen der Norm EN 343:2019 beurteilt werden – der Norm zur Klassifizierung von Kleidung, die Schutz vor Regen bietet.
 

 

ATMUNGSAKTIVITÄT UND LEICHTIGKEIT FÜR MEHR KOMFORT

Kleidung für kalte Umgebungen sollte am besten leicht, winddicht und atmungsaktiv sein. Ist das der Fall, ist dem Träger ein gewisses Maß an Komfort gewährleistet. Ein hohes Maß an Wärmedämmung führt zu Schwitzen, dieses wiederum zu einer Durchfeuchtung des Kleidungsinneren und verringert dadurch die wirksame Wärmedämmung.

 

Kleidung für kalte Umgebungen, die für den Einsatz in der Europäischen Union (EU) bestimmt ist, hat den Status einer persönlichen Schutzausrüstung (PSA) der "Kategorie I", wie in der EU-Verordnung 2016/425 definiert. Viele in der EU verkaufte Kleidungsstücke können mehrere Eigenschaften aufweisen, etwa hohe Sichtbarkeit und/oder (zum Beispiel) Schutz vor Hitze und Flammen. Solche Kleidungsstücke können auch nach der Norm EN 14058 geprüft werden, wenn die Eigenschaft Schutz vor kalter Umgebung angegeben ist.

 

PRÜFUNG NACH DER NORM EN 14058

Die wichtigste Einstufung der Schutzeigenschaften der Kleidungsschichten gemäß der Norm EN 14058 beruht auf der Bewertung ihres Wärmedurchlasswiderstands (Rct). Anhand der bei der Prüfung ermittelten Werte des Wärmedurchlasswiderstands kann dem Kleidungsstück eine von vier Klassen zugeordnet werden. Wird bei der Prüfung jedoch ein Wärmedurchlasswiderstand der Klasse 4 festgestellt, muss zusätzlich die daraus folgende wirksame Wärmedämmung (Icler) der Kleidungsschichten bestimmt werden. Diese Prüfung wird mit dem vollständigen Kleidungsstück an einer gehenden Puppe durchgeführt. Zu beachten ist, dass bei der Herstellung von Kleidung für kalte Umgebungen, die der Norm EN 342 entsprechen soll, üblicherweise Materialien mit einem Wärmedurchlasswiderstand verwendet werden, der die Anforderungen der Norm EN 14058 für Klasse 4 übersteigt. Bei den Prüfungen an der Prüfpuppe muss ein Kleidungsset geprüft werden, das Oberbekleidung und vom Lieferanten festgelegte Unterwäsche umfassen kann. Ist für die Verwendung keine Standardunterwäsche festgelegt, kann das Standard-Unterwäscheset gemäß der Norm EN 342 verwendet werden.

 

Welche Winterkleidung schützt vor kalten Umgebungen? (2)

 

Abbildung 2: Piktogramm zur Kennzeichnung des Schutzes vor kalter Umgebung

 

Ist die Kleidung für kalte Umgebungen für den Einsatz im Freien bestimmt, wird die Luftdurchlässigkeit der Kleidungsschichten gemessen, um den Windwiderstand der Konstruktion zu bestimmen. Die Norm EN 14058 enthält Anleitungen zur Klassifizierung von Materialien. Sie enthält außerdem eine Klassifizierung der Luftdurchlässigkeit für Materialien, die für den Innen- oder Außeneinsatz geeignet sind. Wird für ein Kleidungsstück nach EN 14058 ein beliebiger Grad des Widerstands gegen das Eindringen von Wasser angegeben, muss es die Mindestanforderungen der Norm erfüllen. Das bedeutet nicht, dass ein Kleidungsstück, das die Mindestanforderungen erfüllt, einen Schutz gemäß der Norm EN 343 beanspruchen kann, die komplexere Anforderungen stellt. Wird für ein Kleidungsstück ein Widerstand gegen das Eindringen von Wasser angegeben, muss gemäß der Norm EN ISO 11092:2014 zusätzlich eine Prüfung des Wasserdampfdurchgangswiderstands durchgeführt werden. Diese Norm verlangt außerdem, dass die Prüfmaterialien vorab behandelt werden, üblicherweise durch Waschen. Darüber hinaus werden physikalische Prüfungen verlangt, etwa die Maßhaltigkeit des Materials beim Waschen sowie die Reiß- und/oder Weiterreißfestigkeit.

 

Kleidung, die die Anforderungen der Norm EN 14058 erfüllt, muss mit einem Piktogramm (Abbildung 2) gekennzeichnet sein, auf dem die durch die Prüfung ermittelten Leistungsstufen angegeben sind. Werden optionale Prüfungen nicht durchgeführt, ist anstelle der Klassifizierung oder des Ergebnisses das Symbol X anzugeben.

 

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